Ministerpräsident Wulff weiht Niedersachsenkai in Brake ein
Weitere Ausbaustufe beginnt noch in diesem Jahr
Brake, 10. August 2009. Der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat heute den neuen Niedersachsenkai im Seehafen Brake eingeweiht. „Dies ist ein sichtbares Zeichen für die gute Standortqualität der niedersächsischen Seehäfen“, betonte der Ministerpräsident in seiner Ansprache vor 400 Gästen. Als symbolischen Akt legte er danach gemeinsam mit einem Mitarbeiter von Niedersachsen Ports (NPorts) eine Trosse eines Seeschiffes über einen der neuen Poller.
Bei der in rund zweijähriger Bauzeit entstandenen Hafenerweiterung hatte Ministerpräsident Wulff bereits am 21. September 2007 den ersten Rammschlag vorgenommen. Die neue Hafenanlage verfügt über eine Kailänge von 270 m und lässt Schiffe mit einem Tiefgang von 11,90 m zu. Nach der geplanten Anpassung der Unterweser wird ein Tiefgang bis 12,80 m möglich sein. Hinter der Kaianlage erstrecken sich 30 ha Lagerflächen. Das Areal verfügt über eine leistungsfähige Gleis- und Straßenanbindung. Insgesamt 7 km Gleisanlagen wurden im Zuge des Neubaus verlegt. Das Land hat insgesamt 37,5 Mio. Euro in die Hafeninfrastruktur investiert.
Matthias Dornblüth, Leiter der NPorts-Niederlassung Brake, bedankte sich bei allen beteiligten Bauunternehmen und bei seinen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. Die Bauarbeiten wurden überwiegend von Unternehmen aus der Region erbracht.
Auf der Kaianlage steht bereits ein Hafenmobilkran, der Lasten bis zu 140 t bewältigen kann. Für den Umschlag von Eisen- und Stahl sollen zwei zusätzliche Verladebrücken aufgestellt werden.
„Wir wollen noch in diesem Jahr mit der nächsten Ausbaustufe beginnen“, erklärte Dornblüth. Hintergrund ist eine Vereinbarung mit der Salzgitter AG, die den Bau eines weiteren Liegeplatzes durch einen Kredit unterstützt. Am Standort Brake sollen dann durch die Bündelung von Ladungsmengen betriebliche und wirtschaftliche Vorteile genutzt werden.
Durch die Verlängerung um 180 m wird der Niedersachsenkai mit insgesamt 450 m Liegeplätze für zwei Großschiffe bieten. Der Planfeststellungsbeschluss für diese Baumaßnahme wird in der kommenden Woche erwartet. Das Investitionsvolumen des zweiten Bauabschnittes, der Ende 2010 fertig gestellt werden soll, beträgt 17,5 Mio. Euro.
Pressemitteilung der J. Müller AG zur Einweihung Niedersachsenkai:
Brake - Niedersachsenkai. Neue Umschlagsplätze, erweiterte Stellflächen für Eisen- und Stahlprodukte, Windkraftanlagen und Schwerlastgüter - der Niedersachsenkai im Braker Hafen ist fertig gestellt
Nach rund drei Jahren Bauzeit nehmen das Land Niedersachsen, die landeseigene Infrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports und die J. Müller Unternehmensgruppe die Anlage am 10. August in Betrieb. Die offizielle Einweihung nimmt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff vor.
Die Unternehmensgruppe J. Müller sieht die Zukunft des Hafens trotz der schwierigen Konjunkturentwicklung positiv:
„Mit dem Niedersachsenkai ist Brake einer der wenigen Häfen an der norddeutschen Küste, der im Breakbulk- und Projektbereich investiert. Viele Standorte haben beim Hafenausbau auf den Container gesetzt“, sagte Hartmut Schlenker, Geschäftsführer des J. Müller Breakbulk Terminals. „Mit dem Niedersachsenkai bieten wir Abladern und Reedereien für Projektladung und massenhafte Stückgüter eine hochmoderne Umschlagsanlage, die den Anforderungen an Produktivität, Krankapazität, Flächenlayout und Tiefgang in Deutschland ihresgleichen sucht.“
Dazu gehört in der ersten Ausbaustufe die neue 270 Meter lange Kaje, eine asphaltierte Stellfläche von 100.000 Quadratmetern mit insgesamt sechs Gleisanschlüssen im Terminalbereich sowie drei Krananlagen mit Krankapazitäten bis zu 140 Tonnen. „Mit vier zuglangen Vorstellgleisen und sechs Anschlussgleisen, davon zwei auf der Pieranlage, ist eine optimale Gleisanbindung gegeben“, erklärt Jan Müller, Geschäftsführer und Gesellschafter der J. Müller Unternehmensgruppe. „Die Salzgitter-Gruppe wird als ein Ankerkunde in großem Umfang Eisen- und Stahlprodukte über das neue Terminal verladen. Die reibungslose Anlieferung per Bahn aus den Inlandwerken ist dafür besonders wichtig.
Für die Salzgitter-Gruppe war der Tiefgang am Niedersachsenkai ein weiterer wichtiger Grund, sich für Brake zu entscheiden. „Mit einer Abladetiefe von zurzeit 11,90 Meter haben wir am Niedersachsenkai gute Voraussetzungen. Durch die 2010 zu erwartende Unterweseranpassung auf 12,80 Meter Abladetiefe bietet die Anlage den erforderlichen Tiefgang, um moderne ‚handysize’ und kleine ‚PanMax’-Tonnage komplett zu beladen.
Die Notwendigkeit des Niedersachsenkais zeigt sich auch bei einem Rundgang durch die bestehenden Hafenanlagen. Zurzeit wird jede Freifläche für die Lagerung von Wind-kraftkomponenten genutzt. Diese Bauteile werden zukünftig am Niedersachsenkai auf seegehende Schiffe verladen. Brake ist seit mehreren Jahren einer der wichtigsten Verladeplätze für ‚On-Shore’-Windkraftanlagen und wächst kontinuierlich. Bei einer Länge von bis zu 55 Meter ist der Flächenbedarf für die Einlagerung von Rotorblättern enorm. Die Maschinenhäuser erreichen Stückgewichte bis zu 85 Tonnen. Im Schnitt liegen zurzeit ca. 100 Rotorblätter und 50 Turmsegmente sowie 60 Maschinenhäuser im Terminal.
„Es geht aber nicht nur um großvolumige Teile wie Maschinenhäuser oder Rotorblätter. Wir haben ein Rundum-Paket entwickelt: Dabei halten wir auch Lagerbestände für die auf den ‚Job-Sites’ benötigten Kleinteile vor. Vom Handschuh über große Metallbolzen bis zur Metallverkleidung; über 1.000 Kleinteile werden pro Windkraftanlage benötigt. Diese werden hier in Brake gelagert und bedarfsgerecht in Container verpackt und verschickt“, sagt Jörg Kaplan, der für den Bereich Windkraft bei J. Müller zuständig ist.
Um Schwerlastteile verladen zu können, steht ein Hafenmobilkran zur Verfügung. „Das Gerät kann bis zu 140 Tonnen heben und sich im gesamten Terminal bewegen“, sagt Hartmut Schlenker. Zusätzlich werden in Kürze zwei Verladebrücken direkt an der Kaje aufgestellt. „Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, einen weiteren Hafenmobilkran anzuschaffen. Wir beobachten den Projekt- und Schwergutbereich sehr genau.
Das neue Terminal bietet aufgrund des großzügigen Geländes optimale Voraussetzungen für die Komplettabwicklung von Industrieanlagen. Für den Zusammenbau und Verladung schwerster Teile, die insbesondere beim Export von Industrieanlagen anzutreffen sind, wurden im rückwärtigen Terminalbereich Voraussetzungen für ein sogenanntes ‚site-management’ geschaffen. Von dort besteht ein barrierefreier Zugang bis zur Wasserseite.
Langfristig hoffen Niedersachsen Ports und J. Müller auf die Ansiedlung hafengebundener Industriefirmen, die ihr Umschlagsgeschäft über den Niedersachsenkai abwickeln. „Niedersachsen Ports bietet in Brake Erweiterungsflächen im direkten Hinterland an. Dort gibt es bis zu 100 Hektar Land, die für die Ansiedlung von hafennaher Industrie und Logistikprojekten vorgesehen sind“, sagt Jan Müller.
In Kürze geht der Niedersachsenkai in die zweite Ausbaustufe“ sagt Jan Müller. „Die Fertigstellung ist für das Jahr 2010 bzw. Anfang 2011 geplant; insgesamt werden weitere 180 Meter Kaje gebaut. Dann sind wir auf einer Gesamtlänge von 450 Meters und haben zwei komplette Großschiffsliegeplätze mit Verladeanlagen, Stellflächen und Schienenanbindungen an das Hinterland und sind bestens für die nächsten Jahre gerüstet.“
Verantwortlich für den Inhalt: Hartmut. K. Schlenker J. Müller Breakbulk Terminals GmbH & Co. KG