Auftragsvergabe zur Sanierung der Nesserlander Schleuse in Emden jetzt komplett
Emden, 4. 6.2010. Das Oberlandesgericht Celle (OLG Celle) hat am 3. Juni 2010 dem Antrag von Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG zugestimmt und den vorzeitigen Zuschlag für den Hauptauftrag zur Sanierung der Nesserlander Schleuse gestattet. Der Auftrag wird heute im „Alten Zollhaus“ an der Großen Seeschleuse in Emden den Vertretern der Bietergemeinschaft der Firmen Gebr. Neumann, August Prien und Heinrich Hecker übertragen. Die Auftragssumme für das umfangreiche Los I –Ingenieurbau- beträgt 30,6 Mio. Euro. „Das OLG Celle folgt unserer Auffassung und bestätigt unsere ursprüngliche Wertung der Ausschreibung“, erläutert Hans-Joachim Uhlendorf, Geschäftsführer von Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG.
Das Vergabeverfahren zur Sanierung der Nesserlander Schleuse konnte aufgrund von Nachprüfungs – bzw. Revisionsverfahren vor der Vergabekammer Lüneburg und dem Oberlandesgericht (OLG) Celle bislang nicht abgeschlossen werden. Im Los I (Ingenieurbau) war die unterlegene Bietergemeinschaft Hochtief/Ludwig Freytag nicht mit der Entscheidung von Niedersachsen Ports einverstanden, den Auftrag an die Bietergemeinschaft Neumann/Prien/Hecker zu erteilen. Die Bietergemeinschaft Hochtief/Ludwig Freitag/Tiefbau GmbH Unterweser legte bei der Vergabekammer Lüneburg Beschwerde gegen die vorgesehene Vergabe ein. Die Vergabekammer kam der Beschwerde nach und forderte Niedersachsen-Ports auf, eine erneute Wertung der Angebote vorzunehmen. Niedersachsen Ports hat daraufhin beim OLG Celle unverzüglich einem Eilantrag auf Zustimmung zur sofortigen Auftragsvergabe eingelegt, dem nun zugestimmt wurde.
„Dieser Beschluss bestätigt unser sorgfältiges Vorgehen bei der Vergabe des Auftrages. Wir haben alles richtig gemacht und der große Prüfungsaufwand zahlt sich nun aus“ bestätigt Berend Snippe, Leiter der Niederlassung Emden von Niedersachsen Ports. Für die Bewertung der Ausschreibungsangebote ist bei Niedersachsen Ports eine unabhängige Vergabestelle eingerichtet worden, mit dem Auftrag, eine transparente Grundlage für die Bewertung der Angebote zu finden und eine objektive Entscheidung im Sinne der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) zu treffen. Wegen des umfangreichen Prüfungsaufwandes war zusätzlich eine begleitende technische sowie juristische Beratung engagiert worden.
Ende Juni 2010 kann nun die Startkonferenz stattfinden, bei der sich alle Projektpartner erstmals gemeinsam treffen und den weiteren Bauablauf festlegen werden. Der vorgesehene Termin für die Fertigstellung musste wegen der Verzögerung des Baubeginns infolge des Vergaberechtsstreits verschoben werden. Die Gesamtbaumaßnahme wird dann zum Sommer 2013 fertig gestellt sein. Allerdings wird mit der Baugrubenumschließung für das Außenhaupt, die in den vorhandenen Deich einbindet, bereits zum Herbst 2010 im Bereich der Nesserlander Schleuse eine verbesserte Deichsicherheit hergestellt.
„Unsere eigenen Fachkräfte haben hervorragende Arbeit geleistet. Zusammen mit den beauftragten Baufirmen, den eingebundenen externen Fachkräfte und unsere eigenen Experten verfügen wir über eine umfangreiche Erfahrung in allen erforderlichen Fachgebieten. Wir sind überzeugt, dieses anspruchsvolle Projekt mit Erfolg abzuschließen“, betont Uhlendorf.
Die Nesserlander Schleuse wurde bereits im Sommer 2006 nach dem Bruch eines Halslagers am Binnenhaupt außer Betrieb genommen. Das technische Sanierungskonzept von 2007 sieht eine seeseitige Anpassung des Außenhauptes vor, so dass es künftig ein sturmflutsicheres Niveau von NN +7,00 m hat.
Das Konzept legt neben einer Nutzungsdauer von mindestens 80 Jahren auch eine Erweiterung der Abmessungen an eine größere Flottenstruktur zugrunde. Damit erweitert sich die nutzbare Einfahrtbreite(von zuvor 14,30 m)auf 18,00 m, die nutzbare Kammerlänge (von zuvor rund 110 m) auf rund 180,00 m und die Wassertiefe –bezogen auf den Hafenwasserstand (von zuvor 5,50 m) auf 7,10 m. Damit werden die Abmessungen den Anforderungen der modernen Binnen- und Küstenschifffahrt gerecht, Binnenschiffe können dann bis zu einer Klasse von 2.600 t und Küstenmotorschiffe der 5.000 tdw-Klasse geschleust werden.