08.06.2006 JadeWeserPort Erörterungstermin für Planänderungen
Letzte Runde im Genehmigungsverfahren für nationalen Tiefwasserhafen. Lärmschutz für Vogelschutzgebiet im Fokus - Planfeststellungsbehörde prüft offene Fragen - Beschluss für August 2006 erwartet
(08.06.2006) Wilhelmshaven, den 8. Juni 2006 - Das Genehmigungsverfahren für den JadeWeserPort ist in die letzte Runde gegangen. An zwei Verhandlungstagen wurden Detailfragen diskutiert, die sich aus Planänderungen ergeben haben. Geladen zu dieser nicht öffentlichen Veranstaltung waren die betroffenen Behörden, beteiligte anerkannte Naturschutzverbände, Unternehmen und Personen, die Einwände erhoben haben.
Am ersten Tag standen die Planungen im Bereich des Vogelschutzgebietes "Voslapper Groden Süd" im Mittelpunkt der Diskussion. "Mit der vorgesehenen Schallschutzwand haben wir eine Lösung beantragt, die die fachlichen Forderungen nach Schutz dieses sensiblen Bereichs maximal berücksichtigt. Wir gehen diesen Weg nur, weil wir für unser Projekt Rechtssicherheit brauchen", so Helmut Werner, Geschäftsführer der JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft. "Andere Lösungen sind denkbar, aber müssen von den Beteiligten einvernehmlich getragen werden." Hierzu waren Ansätze in der Anhörung durchaus erkennbar. Über die Angemessenheit und Umsetzung der Schallschutzwand entscheidet jetzt im Abwägungsprozess die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest als zuständige Planfeststellungsbehörde. Die am zweiten Verhandlungstag diskutierten technischen Anpassungen konnten erwartungsgemäß zügig erörtert werden.
Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven soll spätestens im Jahr 2010 als nationaler Tiefwasserhafen für Großcontainerschiffe in Betrieb gehen. Seine Vorzüge liegen in der kurzen Revierfahrt von lediglich 23 Seemeilen und der tideunabhängigen Erreichbarkeit auch von zukünftigen Großcontainerschiffen mit Tiefgängen bis zu 16,5 Meter und Schiffslängen von mehr als 400 Meter. Mit Planfeststellungsbeschluss im August 2006 soll der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgen. Die Vergabe der Betreiberlizenz im März 2006 an EUROGATE hat bereits die wirtschaftliche Grundlage für die erfolgreiche Realisierung des Projekts gelegt.
Dieses größte Infrastrukturprojekt in Norddeutschland wird für erhebliche Beschäftigungseffekte im Nordwesten sorgen.