Projekte

Hand in Hand mit Terminalbetreibern

Wie flexibel und leistungsfähig die niedersächsischen Seehäfen sind, wird anhand aktueller Projekte deutlich. Ein Beispiel: Durch einen konsequenten Ausbau haben wir den Hafenstandort Cuxhaven zu einem der führenden Offshore-Basishäfen Europas entwickelt. Dort werden heute zentrale logistische Aufgaben bei der Realisierung von Offshore-Windparks übernommen. Aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur und der verfügbaren Flächen hat die Firma Siemens aktuell entschieden, eine Produktionsstätte für Turbinen im Hafen Cuxhaven anzusiedeln.

Verfügbare Flächen und Kapazitäten in den einzelnen Hafenstandorten ermöglichen einen stetigen Ausbau der Hafenanlagen. Bestehende Schwerpunktbranchen werden so gestärkt. Die Erweiterung der Infra- und Suprastruktur erfolgt dabei Hand in Hand: Niedersachsen Ports arbeitet eng mit den jeweiligen Terminalbetreibern zusammen.

Realisierung des Windparks Amrumbank West

Der Offshore-Windpark Amrumbank West wurde zwischen Herbst 2013 und Frühjahr 2015 errichtet. Basishafen des Projekts der E.ON Kraftwerke GmbH war der Seehafen Cuxhaven. Niedersachsen Ports stellte bedarfsgerecht Liegeplätze und Kajen bereit. Der Terminalbetreiber Cuxport GmbH sorgte für den Umschlag der Fundamentkonstruktionen. In Cuxhaven wurden außerdem die wesentlichen Teile der Fundamentkonstruktionen, bestehend aus einem Rammrohr, dem so genannten Monopile, sowie dem Übertragungsstück, dem so genannten Transitionpiece, zusammengeführt. Insgesamt wurden 80 dieser Fundamentkonstruktionen für den Windpark in Cuxhaven umgeschlagen.

Ausbau in Brake für Umschlag von Agrarprodukten

Brake zählt in Europa zu den führenden Seehäfen beim Umschlag von Agrarprodukten. Aufgrund der stark wachsenden Mengen hat Terminalbetreiber J. Müller an der Südpier eine zusätzliche Siloanlage für Umschlag und Lagerung von Getreide, Futtermittel und Ölsaaten errichtet. Rund 24 Millionen Euro wurden am AGRI-Terminal investiert. Seit Anfang 2014 stehen mit dem 47.000 Tonnen fassenden Silo insgesamt rund 500.000 Tonnen Lagerkapazitäten zur Verfügung. Für diese Erweiterung saniert Niedersachsen Ports Poller- und Fendereinrichtungen des Großschiffsliegeplatzes an der Südpier und errichtet einen zweiten Großschiffsliegeplatz. 

Dalbenliegeplatz für PKW-Umschlag in Cuxhaven

Der Automobilumschlag verzeichnet in Cuxhaven starke Zuwächse. Um die Kapazitäten ausweiten zu können, baut Niedersachsen Ports im Amerikahafen für rund drei Millionen Euro einen neuen Dalbenliegeplatz an der Brücke 3. Dort betreibt die BLG AG auf etwa 137.000 Quadratmetern ein Autoterminal. Stellflächen gibt es für etwa 5.500 Fahrzeuge. Der Umschlag erfolgte bis zur Fertigstellung des Dalbenliegeplatzes über eine RoRo-Anlage an der Brücke 3. Durch den Neubau können nun größere Autocarrier mit einer Länge bis 160 Metern und einer Breite bis 25 Metern abgefertigt werden. Der neue Liegeplatz besteht aus fünf Pollerblöcken und einem 155 Meter langen Steg. Für den Umschlag von Fahrzeugen über die Heckklappe der Carrier ist eine Anbindung an die vorhandene Brücke 3 errichtet worden. Zum Be- und Entladen der Schiffe wurde außerdem eine Auflage für eine Quarter-Rampe gebaut. 

Wieder-Eröffnung der Nesserlander Schleuse

Von Beginn an war die Sanierung der Nesserlander Schleuse ein ganz besonderes Projekt. Das 129 Jahre alte Bauwerk gehört neben der Großen Seeschleuse zu den zwei Lebensadern des Emder Seehafens. Sie wurde von 1881 bis 1883 erbaut, um den Hafen an den zurückweichenden Emslauf anzubinden und ihn tideunabhängig zu machen. Nun wurde die Nesserlander Schleuse in über zehn Jahren aufwendig saniert. Bei der ersten Schiffsdurchfahrt am 22. Dezember 2017 öffnet sie erstmalig wieder ihre Tore für die Binnen-, Küsten- und Sportschifffahrt. Mit ihrer weithin sichtbaren, einzigartigen Klappbrücke trägt die Nesserlander Schleuse wieder zur pulsierenden Leistungsfähigkeit des Emder Seehafens bei.

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Niedersachsen Ports und J. Müller ein Erfolgsmodell, das nicht nur für das Heute, sondern auch für die Zukunft des Hafens Brake steht.

Uwe Schiemann | J. Müller Agri + Breakbulk Terminals GmbH & Co. KG