Ausbildung im Hafen Brake

Hafenpost

#Beschäftigte&Sicherheit|  6 Min.

Ausbildung im Hafen Brake

Das Braker Ausbildungsteam berichtet.

Wir haben drei unserer insgesamt neun Auszubildenden in Brake zum Interview getroffen: Kilian, Ali und Niklas. Auch ihre beiden Ausbilder*innen Annika Schreiber (Elektro) und Thorben Siewert (Industriemechanik) waren mit dabei. Zusammen berichten sie heute stellvertretend für das gesamte Ausbildungsteam in Brake, wie die Ausbildung hier abläuft. 

Arbeitsalltag
Los geht’s: Um 7:00 Uhr beginnt der Tag für unsere Auszubildenden. Die meisten wohnen direkt in Brake, daher ist das frühe Aufstehen kein Problem. Im Gegenteil, in anderen Betrieben muss man meist schon um 6:00 Uhr starten. „Da werden unsere Azubis schon ganz schön verwöhnt“, scherzt Thorben Siewert. Nur Kilian hat es nicht so leicht: Er wohnt in Bremerhaven und hat eine etwas weitere Anfahrt: „Es ist manchmal echt schwierig morgens aus den Federn zu kommen. Aber ich habe hier ja einen tollen Arbeitsplatz. Allein der Blick in den Binnenhafen, den wir aus der Ausbildungswerkstatt haben, lohnt sich schon.“

Apropos Ausbildungswerkstatt: Diese hat 2019 ein Make-Over bekommen und erstrahlt seitdem im neuen Glanz. „Es ist viel heller und moderner als vorher. Wir haben nun viel mehr Lehr-Arbeitsplätze und können so beispielsweise auch mehr Schülerpraktikanten aufnehmen. Alle haben Platz“, erzählt Annika Schreiber stolz. Sie ist bereits seit 2014 Ausbilderin in Brake und hat schon viel erlebt. „Es wird nie langweilig mit den jungen Leuten. Das macht mir sehr viel Spaß und hält uns Ausbilder jung. Es gibt auch Aha-Momente für uns: Wenn ein Azubi einen völlig anderen Lösungsweg findet, staunen wir nicht schlecht und lernen auch noch etwas.“ 

Wie können wir uns denn einen ganz normalen Tag in der Ausbildung vorstellen? „Jeder von uns hat sein eigenes Projekt“, berichtet Niklas (zweites Lehrjahr). „Wir wissen morgens eigentlich immer selbst, was zu tun ist und fragen die Ausbilder nicht nach Aufgaben. Wir gehen eigenständig an unseren Arbeitsplatz um da weiter zu machen, wo wir am letzten Tag aufgehört haben. Wir haben hier Ordner, die uns die einzelnen Arbeitsschritte erklären und arbeiten sehr eigenständig. Natürlich sind unsere Ausbilder*innen immer da und unterstützen, wenn wir nicht weiter kommen.“ „Ja, dafür sind wir ja auch da“, erzählt Thorben Siewert weiter. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Auszubildenden lernen, eigenständig zu arbeiten. Leider können wir ja nur die wenigsten nach ihrem Abschluss übernehmen, daher ist es umso wichtiger, dass sie alles alleine schaffen und arbeitsfähig sind. Wir unterstützen sie natürlich wo wir können, aber in erster Linie sollen sie die Problemstellung selbstständig lösen und vielleicht auch mal im Team ein bisschen knobeln. Wir sind also oft stille Beobachter und geben nur Denkanstöße. Bei Arbeitssicherheitsthemen greifen wir aber natürlich sofort ein.“ Auch Problemstellungen aus der Braker Berufsschule bringen sie mit und können sie dann praxisnah vor Ort lösen. „Im Großen und Ganzen findet die Ausbildung sehr bedarfsorientiert statt. So wie es dann später im richtigen Arbeitsalltag auch abläuft. Was ansteht wird erledigt. Wir sind beispielsweise auch mit den Kolleg*innen aus anderen Fachteams im Hafen unterwegs, um zu unterstützen und zu lernen. Das macht immer sehr viel Spaß und es ist super, seinen Teil beizutragen, “ erzählt Ali stolz. 

   

Zusammen ist besser als allein
Im Gespräch merken wir, dass die drei Auszubildenden gerne in Brake arbeiten. Das liegt nicht nur an dem schönen Blick in den Binnenhafen. Den beiden Ausbilder*innen ist es sehr wichtig, dass sich hier alle wohl fühlen und das Team gut funktioniert. Wenn es nötig ist, haben die Ausbilder auch ein Ohr für private Sorgen ihrer Schützlinge und es gibt auch Teambuilding-Events. Sie waren beispielsweise schon gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Klettern. 

„Unsere Ausbilder geben sich wirklich viel Mühe, die Ausbildung interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Ich komme echt gerne hier her. Und das sage ich nicht nur, weil die beiden mir jetzt zuhören, “ lacht Kilian. „Ich finde es wirklich gut, dass wir so viele Facetten des Berufes kennenlernen und man immer offen seine Meinung sagen darf. Das schafft eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre.“ 

Beim Start in die Ausbildung sind die Neuen auch in allen anderen Abteilungen unterwegs und lernen den Standort kennen. „Wir nennen das Welcome-Days. Dabei lernen sie alle Bereiche kennen, auch die, mit denen sie später vielleicht gar nichts zu tun haben werden. Wir finden es aber wichtig, dass sie wissen, was so alles zum Hafenmanagement dazu gehört und natürlich, dass sie die Kolleg*innen kennenlernen, “ erzählt Thorben Siewert. „In den ersten Tagen verbringen die Azubis auch die Pausen komplett zusammen. Das ist wichtig fürs Ankommen und nimmt oft Unsicherheiten. Die jungen Leute unter sich haben natürlich viel weniger Berührungsängste und können sich offener austauschen und Fragen stellen.“  

Zukunftsperspektiven
Ein bisschen traurig ist Thorben Siewert am Ende des Gespräches: „Leider werden wir in Zukunft keine neuen Industriemechaniker*innen mehr ausbilden, da wir zukünftig nicht mehr alle Ausbildungsinhalte abdecken können.“ Annika Schreiber zeigt sich optimistisch: „Es werden sich neue Perspektiven ergeben. Mit dem Wegfall des einen, kommt auch etwas anderes hinzu. Viele neue Ausbildungsberufe entwickeln sich durch die Digitalisierung gerade erst. Das ist alles sehr spannend, da auch wir uns hier immer weiter entwickeln müssen. Ich freue mich sehr darauf und nehme die Herausforderung gerne an.“

Komm an Bord
Hast auch du Lust auf eine Ausbildung im Hafen Brake? Aktuell haben wir noch einen Ausbildungsplatz für 2022 im Bereich Elektro zu vergeben. Weitere Infos findest du in der Stellenausschreibung

Auch in anderen NPorts-Standorten bilden wir aus. Auf unserer Seite Ausbildung im Hafen findest du alle Informationen und Ansprechpartner*innen rund um das Thema Ausbildung

Du fragst dich, ob die Ausbildung überhaupt etwas für dich ist? Wir bieten auch Schülerpraktika an, bei denen du in den Beruf reinschnuppern kannst. Kontaktieren uns gerne über bewerbung(at)nports.de.

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