Tetris auf dem Bildschirm.

Hafenpost

#Beschäftigte&Sicherheit|  6 Min.

Tetris auf dem Bildschirm.

Eine Zugfahrt haben die meisten schon einmal gebucht. Doch wie organisiert man den Bahnverkehr im Hafen?

Derzeit brummt der Hafen Brake. Vor allen Dingen auf den Schienen ist eine Menge los. In Brake liegen knapp 50% der NPorts-Gleise und das sind im Weserhafen 33 Kilometer. Wir haben Dennis Ortwein zum Interview gebeten, der uns von seinem Job als Disponent der Hafenbahn erzählt.

"Wo ist eigentlich Brake?"

Dennis kommt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet. Nach dem Realschulabschluss hat er Zentralheizungs- und Lüftungsbauer gelernt. Danach zog es ihn zur Bundeswehr. Hier hat er neben seiner eigentlichen Tätigkeit bei den Fallschirmjägern eine weitere Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik absolviert. 2009/2010 war er im Auslandseinsatz in einer Logistikeinheit. In dieser Zeit hat Dennis Kenntnisse in den Bereichen Warenannahme, Umschlag und Versand gesammelt. Im Jahr 2012 hat er die Bundeswehr verlassen, sich eine familiäre Auszeit genommen und seinen Logistikmeister gemacht.

Seit dem 1.10.2013 ist Dennis in unserer Niederlassung in Brake als Disponent der Hafenbahn tätig. Er hat sich mit seiner Familie in einem Reihenhaus in Osterholz-Scharmbeck - wie er scherzhaft sagt - „auf der richtigen Seite der Weser“ niedergelassen. „Mir gefällt die norddeutsche, direkte Art, einfach gerade heraus und anfangs etwas reserviert.“

Dennis ist durch Zufall auf NPorts aufmerksam geworden. „Oldenburg und Wilhelmshaven kannte ich, aber Brake!? Da musste ich erstmal schauen, wo das überhaupt ist“. Die Stellenausschreibung hat ihn gereizt, weil zu dem Zeitpunkt in Brake etwas Neues entstehen sollte. „Ich mag es, wenn man sich einbringen, neue Strukturen etablieren, Wissen und Gedanken teilen kann.“ Er dachte, dass er seine logistischen Erfahrungen aus der Bundeswehrzeit hier ideal einsetzen kann. Ein weiterer Beweggrund für Dennis bei NPorts anzufangen war, dass er einen sicheren Arbeitgeber für sich und seine Familie wählen wollte. – Den hat er mit uns auf jeden Fall gefunden!

Der Hafen schläft nie

Gerade zu Beginn seiner Zeit bei NPorts hat Dennis viele Schulungen bekommen. „Dabei ging es um bahntechnische Dinge oder Funkverkehr. Ich habe zum Beispiel eine Weiterbildung zum Rangierbegleiter absolviert und die Gleisanlagen in Brake genau kennengelernt. Eine Woche war ich auch bei den FahrdienstleiterInnen bei dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven, um deren Dispositionsprogramm kennenzulernen.“

Als Disponent arbeitet Dennis im Mehrschichtsystem – früh, spät, nachts. Wenn Schichtwechsel ist, gibt es ein Ablösegespräch, damit der nächste weiß, was war und was anliegt. „Der Hafen schläft nie.“ Züge kommen und gehen. Die zentrale Frage ist immer: „Welcher Zug darf wann wohin fahren?“. Die Koordination übernimmt Dennis zusammen mit seinem Team und externen Dienstleistern. Die Anmeldungen der Züge werden entgegengenommen, Wagons werden be- und entladen sowie gewogen. Kommunikation und Absprachen sind alles.

Umgeschlagen werden in Brake beispielsweise Futtermittel, Holz, Cellulose und verschiedene Stahlprodukte. Getreide kommt aus der Ukraine, Polen und Ungarn. Das Umschlagsniveau ist hoch, obwohl Brake ein relativ kleiner Hafen mit nur acht Gleisen am Bahnhof für die Ein- und Ausfahrt  ist, was die DisponentInnen besonders herausfordert, damit die Transporteure keine langen Wartezeiten haben.

Die Stimmung zwischen den internen und externen KollegInnen beschreibt Dennis als unkompliziert und angenehm. „Im Hafen duzt man sich meist und erzählt auch mal etwas Privates.“

KaffeetrinkerIn musst du sein

Als DisponentIn gibt es kaum Routine. Vieles passiert ungeplant. Jeder Tag ist komplett anders. Der Job bringt immer Abwechslung mit sich. „Da braucht man manchmal schon mal vier statt zwei Kaffee“. Flexibilität, Organisationsgeschick und Belastbarkeit sind wichtig für den Job. Auch analytisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen sind gefragt. „Das ist wie Tetris spielen auf dem Bildschirm“. Es ist entscheidend, sich im Kopf vorstellen zu können, wie die virtuelle Belegung der Gleise in der Realität aussieht.

Als wir ihn fragen, was er an seinem Job besonders mag, muss er nicht lange überlegen. „Mit meinem Job sorge ich dafür, dass die Waren von A nach B kommen. Mit meiner Arbeit leiste ich einen Beitrag dazu, dass kein Chaos ausbricht und alles schnell an die richtigen Stellen transportiert wird. Das ist schon ein gutes Gefühl, daran beteiligt zu sein.“

Zum Schluss erzählt Dennis uns eine kleine, lustige Anekdote: Es gab einen Tag in seiner Zeit bei NPorts, als einige Mitarbeitende am Standort „Vogelscheuche“ spielen mussten. Was war passiert? Ein Waggon war entgleist, dadurch umgestürzt und Futtermittel verteilte sich im Hafen. Zahlreiche Vögel verschiedener Arten wollten sich etwas Winterspeck anfuttern, doch unsere Crew vom Bauhof hat das Futtermittel in Big Bags umgelagert und den "Mundraub" zu verhindern gewusst! Etwas schmunzeln muss man aber schon, bei der Vorstellung, oder?

Danke, Dennis, für den Einblick in deinen Job als Disponent der Hafenbahn! Uns hat das Gespräch mit dir sehr viel Freude bereitet.

Wollen Sie auch DisponentIn in einem unserer Häfen werden? Dann bewerben Sie sich gerne! Aktuell suchen wir in Brake Verstärkung.

 137         von: Hellen Siems

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