Hafenpost

Wie der Vater, so die Söhne

Wolfgang König arbeitet mit seinen Söhnen Florian und Jesse bei NPorts in Cuxhaven: in unterschiedlichen Rollen, aber mit gemeinsamer Verantwortung für den Hafen.

#Jobs im Hafen|  6 Min.

Familie und Beruf treffen bei NPorts öfter aufeinander, als man denkt. An unseren Standorten arbeiten immer wieder Menschen zusammen, die auch privat verbunden sind. Wie etwa Vater und Tochter oder Vater, Sohn und Onkel, um nur zwei Beispiele zu nennen.

In Cuxhaven gibt es eine Konstellation, die selbst bei uns selten ist. Ein Vater arbeitet hier gemeinsam mit gleich zwei seiner Söhne. Drei unterschiedliche Lebensphasen, drei Perspektiven und doch eint sie alle der gemeinsame Arbeitsplatz und die Verbundenheit zum Hafen. Wie das funktioniert und wie ihr Arbeitsalltag aussieht, erzählen sie hier.

Wolfgang: der Vater

Los geht’s mit dem Vater Wolfgang. Er ist 58 Jahre alt, hat insgesamt fünf Kinder und ist gelernter Straßenbauer. Der gebürtige Cuxhavener ist seit 1995 bei NPorts beschäftigt. Gestartet ist er damals im Straßenbau, später übernahm er die Bauaufsicht beim Bau des Cuxport-Geländes. Anschließend wechselte er zur Schleuse und war dort zehn Jahre lang als Schleusenmeister tätig. Als später ein Bauaufseher im Bereich Neubau Hafenanlagen gesucht wurde, bewarb er sich erfolgreich und ist seitdem in dieser Position tätig. „Wenn es nach mir geht, bleibe ich hier auch bis zur Rente“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Im Gespräch wird schnell deutlich, wie sehr Wolfgang seinen Job liebt. Aktuell ist er einer der Bauaufseher für die Großbaustelle Liegeplatz 5-7, weshalb wir uns zum Interview im Containerdorf der Baustelle treffen. „Bei dem Ausblick muss man doch gerne zur Arbeit kommen“, erzählt er lachend und zeigt aus dem Fenster. „Wenn das Baugeschehen von den Arbeitsgeräten aus überwacht werden muss, bringt mich der Schlepper dorthin. Ob der Transport von Mannschaft und Gerät, das Umpositionieren von Arbeitsgeräten oder als Schubschlepper für die Schute: Der Schlepper hat hier gut zu tun.“
 

Blick zur Baustelle Liegeplatz 5-7 in Cuxhaven: links rüttelt „Simone“ die Tragrohre in den Baugrund, in der Mitte bringt der Schlepper gerade eine Arbeitsschute mit den Pfählen, die später rechts von der Schrägpfahlramme „Annegret“ in den Boden eingerammt werden.

Blick zur Baustelle Liegeplatz 5-7 in Cuxhaven: links rüttelt „Simone“ die Tragrohre in den Baugrund, in der Mitte bringt der Schlepper gerade eine Arbeitsschute mit den Pfählen, die später rechts von der Schrägpfahlramme „Annegret“ in den Boden eingerammt werden.

 

Neben der Arbeit draußen gehört auch Büroarbeit zu Wolfgangs Alltag. Er schreibt unter anderem Tagesberichte oder prüft Stundenzettel. Sein Arbeitstag beginnt kurz nach 6 Uhr und endet regulär um 15.30 Uhr, bei Bedarf bleibt er aber auch länger. Zusätzlich übernimmt er Bereitschaftsdienste, etwa bei Sturmfluten oder Havarien, und ist dann Teil der Einsatzleitung.

Und wenn er mal nicht im Hafen unterwegs ist, dann mit seinem Wohnmobil. Damit ist er gern spontan on tour: „Dann fahre ich mit meiner Frau und unserem Hund Freitagnachmittag los und wir sind am Sonntag zurück.“
 

Jesse: der Jüngste

Jesse ist mit 27 Jahren der Jüngste der drei, aber keineswegs weniger verantwortungsbewusst. Neben seiner Tätigkeit bei NPorts ist er in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Dort unterstützt er nicht nur die Jugendarbeit im Ort, sondern kümmert sich auch für die zehn Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Cuxhaven um die überörtliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Der gelernte Schiffsmechaniker startete 2019 bei NPorts im Technischen Service als Industriemechaniker und vertretungsweise als Matrose auf unserem Wasserinjektionsschiff Steubenhöft. Später wechselte er in das Fachteam Hafenanlagen und Gebäude, wo vielseitige handwerkliche Aufgaben zum Tagesgeschäft gehören. Seit 2023 ist Jesse, wie sein Vater, als Bauaufseher tätig, allerdings in der Hafenunterhaltung und zusätzlich auch als Hafenkontrolleur.

Die beiden sehen sich während der Arbeit also gar nicht so oft, wie man vermuten würde. „Trotzdem ist es toll, mit meinem Vater zusammenzuarbeiten“, erzählt Jesse. „Von seiner jahrzehntelangen Erfahrung kann ich immer wieder etwas lernen. Beispielsweise über Bauwerke, deren Bau er selbst begleitet hat.“

Auch Jesse übernimmt Bereitschaftsdienste und ist, ebenso wie Wolfgang, in der Einsatzleitung tätig. „In meinem Job bin ich im gesamten Hafengebiet unterwegs und kontrolliere Flächen, Straßen und Anlagen auf Schäden, übrigens auch auf dem Wasser. Meine Ausbildung brachte einen Sportbootführerschein mit sich, mit dem ich unser Arbeitsboot fahren darf“, erklärt Jesse. Entdeckt er einen Schaden, schätzt er ein, ob dieser durch eigene Kolleg:innen behoben werden kann oder ob eine externe Firma beauftragt werden muss. Häufig beaufsichtigt er anschließend die Umsetzung und begleitet den gesamten Prozess. So kann es durchaus passieren, dass er während seiner Tour einen angefahrenen Laternenmast entdeckt und das Fachteam Elektrotechnik benötigt wird, womit wir bei seinem großen Bruder Florian wären.

 

Florian: der große Bruder

Florian ist 35 Jahre alt, gelernter Mechatroniker und fand NPorts schon früher spannend. Bereits als Jugendlicher absolvierte er hier ein Schulpraktikum und begleitete seinen Vater gelegentlich bei der Arbeit. Für seine Ausbildung und die Jahre danach war er zunächst bei anderen Unternehmen tätig, bis er 2023 von einer offenen Stelle als Elektroniker bei NPorts erfuhr und sich bewarb.

Seitdem arbeitet er im Technischen Service und übernimmt gemeinsam mit seinen Kolleg:innen im Fachteam Elektrotechnik alle anfallenden Aufgaben in diesem Bereich. „Wir besprechen morgens, was ansteht und welche Arbeiten zu erledigen sind“, erklärt er. Auch Florian ist Teil des Bereitschaftsdienstes und sorgt so mit dafür, dass der Hafen auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen reibungslos funktioniert. „In der Bereitschaft kann es durchaus vorkommen, dass mein jüngerer Bruder als Einsatzleiter anruft und mir den Auftrag gibt, eine Störung zu beheben“, erzählt Florian.

Privat hat Florian lange Zeit viel Fußball gespielt, aktuell liegt sein Fokus jedoch auf seiner Familie. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ihm besonders wichtig. „Das soll jetzt nicht wie ein Werbeblock für NPorts klingen, aber ich möchte betonen, dass man hier wirklich viel Unterstützung erfährt.“ Auf allen Ebenen gäbe es stets ein offenes Ohr für familiäre Belange, und gemeinsam werde immer eine Lösung gefunden.

Dem stimmt Jesse sofort zu: „Egal ob Einsatz oder Lehrgang, auch mein Ehrenamt wird, soweit es der Hafenbetrieb zulässt, unterstützt.“

 

Gemeinsam für den Hafen

Ob auf der Großbaustelle, in der Hafenunterhaltung oder im Technischen Service, alle drei leisten mit großem Engagement ihren Beitrag für einen sicheren und verlässlichen Hafen Cuxhaven.

Ist es eigentlich komisch, als Familie im selben Unternehmen zu arbeiten? Da sind sich alle drei einig. Jesse bringt es auf den Punkt: „Nein, überhaupt nicht. Für uns ist das nicht anders als mit anderen Kolleginnen oder Kollegen.“ Auch außerhalb der Arbeitszeit ist NPorts gelegentlich Thema bei den dreien: „Man spricht schon mal über den Baufortschritt der Großbaustelle oder einen gemeinsamen Bereitschaftseinsatz“, erklärt er.

Wir wünschen euch, dass ihr eure Aufgaben auch in Zukunft mit ebenso viel Freude und Engagement ausübt. Und wer weiß, vielleicht startet irgendwann sogar die nächste Königs-Generation bei NPorts.

 16         von: Katja Mädler

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