Nach einer mehr als achtwöchigen Unterbrechung kann Niedersachsen Ports (NPorts) die Bauarbeiten für das neue Hafenbetriebsgebäude auf Wangerooge fortsetzen. Die Arbeiten mussten im Bereich der geplanten Sandfangwand aus Gründen des Natur- und Artenschutzes pausieren. Hatte sich zunächst ein Austernfischerpaar im unmittelbaren Baustellenbereich zum Brüten niedergelassen, wurde dort später auch eine Bruthöhle von Uferschwalben entdeckt.
In Abstimmung mit einer ökologischen Baubegleitung wurde die Situation vor Ort regelmäßig bewertet. Inzwischen sind die Bruthöhlen verlassen und nicht mehr bewohnt. Auch den Nestern zuzuordnende Vögel sind nicht mehr zu beobachten. Da das Brutgeschehen im Baustellenbereich beendet ist, bestehen derzeit keine weiteren behördlichen oder naturschutzfachlichen Auflagen für die Fortsetzung der Baumaßnahmen.
„Eine Inselbaustelle stellt uns ohnehin vor besondere Herausforderungen“, erklärt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Gesellschaften, „gleichzeitig nimmt NPorts den Natur- und Artenschutz sehr ernst.“ Anja Bokeloh, Leiterin der NPorts-Niederlassung Norden, ergänzt: „Als sich die Vögel unmittelbar im Baustellenbereich niedergelassen haben, war für uns klar, dass wir darauf Rücksicht nehmen müssen.“ Die mehr als achtwöchige Unterbrechung verzögert die Baumaßnahme und verursacht zusätzliche ungeplante Kosten. „Sie zeigt aber auch, dass wir bei unseren Infrastrukturprojekten flexibel auf die besonderen Anforderungen des sensiblen Naturraums Wattenmeer und den dort heimischen Vogelarten reagieren“, so Bokeloh.
Arbeiten an der Sandfangwand beginnen
Seit dieser Woche richtet sich die beauftragte Baufirma wieder auf Wangerooge ein. Parallel werden die noch ausstehenden Bereiche des Baufeldes auf mögliche Störkörper untersucht. In der kommenden Woche sollen die Arbeiten an der Sandfangwand beginnen. Damit wird auch für Außenstehende wieder ein deutliches Baugeschehen im Hafen sichtbar sein.
Die Sandfangwand entsteht vor der angrenzenden Düne und ist eine wichtige Voraussetzung für den Neubau des Hafenbetriebsgebäudes. Im Anschluss werden Geothermiebohrungen erstellt, welche für die spätere Beheizung und Klimatisierung des Gebäudekomplexes durch Erdwärme benötigt werden.
Die Baupause bleibt nicht ohne Folgen für den weiteren Projektverlauf. Die ausgefallenen Arbeiten müssen nun nachgeholt werden. Dadurch verschieben sich auch nachfolgende Gewerke. Da verschiedene Arbeiten aufeinander aufbauen, ist es nur in geringem Umfang möglich, Arbeiten parallel auszuführen. Derzeit wird der Bauzeitenplan entsprechend angepasst und auf zeitliche Optimierungen geprüft.
Das Baufeld befindet sich direkt im Hafengebiet, die aktuellen Arbeiten erfolgen jedoch überwiegend außerhalb des Kai- und Umschlagbereichs. Einschränkungen für den Reise- und Passagierverkehr von und nach Wangerooge sind in dieser Bauphase nicht zu erwarten.
Bildtexte
Artenschutz geht vor: Seit Mitte Juni standen die Bagger auf der Wangerooger Baustelle still. (Bild: Katrin Büscher/NPorts)
Material für die Sandfangwand: In der kommenden Woche sollen die Arbeiten beginnen. (Bild: Wilko Feeken/NPorts)