Hafenentwicklung in Norden

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Ostfriesin Anja Bokeloh übernimmt die Leitung der Niederlassung. In diesem Jahr stehen Ausgaben in Höhe von 9,1 Millionen Euro für Investitionen sowie 5 Millionen Euro für Unterhaltungsmaßnahmen an.

Leitungswechsel bei der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) in der Niederlassung Norden: Anja Bokeloh übernimmt die Führung des Standorts und wird damit künftig für die Hafeninfrastruktur an der ostfriesischen Küste verantwortlich sein. Seit dem 1. Dezember 2025 arbeitet sie bereits in einer Übergangsphase eng mit dem bisherigen Niederlassungsleiter Friedrich Voß zusammen, der die Niederlassung zehn Jahre lang geführt hat und Ende April 2026 in den Ruhestand verabschiedet wird.

„Mit Anja Bokeloh gewinnen wir fachliche Kompetenz für unsere Küste. Ihre vielseitige Erfahrung im Hafenmanagement und ihre Verbundenheit zur Region sind eine starke Basis für die zukünftigen Aufgaben“, sagt NPorts-Geschäftsführer Holger Banik.

Eine Ostfriesin kehrt zurück

Die Wirtschaftsingenieurin Anja Bokeloh stammt aus Aurich und bringt langjährige Erfahrung aus der Hafen- und Logistikbranche mit. Nach ihrem Studium der Reedereilogistik in Leer war sie zuletzt als Niederlassungsleiterin für Technik und Betrieb zweier Binnenhäfen in Bayern tätig. Dort verantwortete sie unter anderem Hafenbetrieb, Instandhaltung, wirtschaftliche Steuerung sowie große Bau- und Investitionsprojekte.

Mit ihrem Wechsel zu NPorts kehrt sie in ihre Heimatregion zurück. „Die Inselversorgung und die Häfen an der ostfriesischen Küste sind von zentraler Bedeutung für die Region. Ich freue mich darauf, die Weiterentwicklung der Infrastruktur aktiv mitzugestalten“, so Bokeloh.

Inselversorgung als zentrale Aufgabe

Die Niederlassung Norden betreibt und entwickelt insgesamt sieben Insel- und Küstenhäfen: die Versorgungshäfen Norddeich und Bensersiel sowie die Inselhäfen Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

Mit jährlich über einer Million Tonnen Umschlag, rund 6,8 Millionen Passagieren und etwa 35.000 Schiffsanläufen sind diese Häfen ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Ostfriesland.

Deutlich steigende Investitionen

Um diese Aufgaben zu sichern und die Infrastruktur weiterzuentwickeln, plant NPorts für die Niederlassung Norden im Jahr 2026 Investitionen in Höhe von rund 9,1 Millionen Euro. Hinzu kommen Aufwendungen für Unterhaltung, Wartung und Instandsetzung in Höhe von 5 Millionen Euro.

Im Jahr 2025 lagen die Investitionen – vorbehaltlich der endgültigen Jahresrechnung – bei rund 1,1 Millionen Euro, die Unterhaltungskosten bei rund 2 Millionen Euro.

Wichtige Projekte an Küste und auf Inseln

Das zentrale Großprojekt ist die Erneuerung des Hafens Wangerooge. Im März dieses Jahres sind die Pfahlbauwerke zurückgebaut worden, um Platz für das neue Hafenbetriebsgebäude zu schaffen. Als Nächstes steht die Kampfmittelsondierung an. Die Ausschreibungen und Planungen für weitere Bauabschnitte laufen, darunter die Sandfangwand sowie das neue Betriebsgebäude. Der Ferienreiseverkehr zu Ostern wird durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 21 Millionen Euro und soll voraussichtlich 2029 abgeschlossen werden. Allein im Jahr 2026 werden rund 6,4 Millionen Euro investiert.

Im Hafen Norderney werden die Dalben der Schwerlastrampe erneuert, um die Funktionsfähigkeit der Anlage zu sichern. Die Kosten liegen bei rund einer Million Euro.

Außerdem wird ein Hochwasserschutztor auf Norderney instandgesetzt. Dabei wird das Tor zunächst ausgebaut, vollständig entschichtet und mit einem neuen Korrosionsschutz versehen. Anschließend werden die hydraulischen Komponenten sowie der Antrieb überprüft und überholt. Nach dem Wiedereinbau folgt eine Dichtigkeitsprüfung, um die Funktionsfähigkeit des Bauwerks sicherzustellen. Die Arbeiten sind für den Zeitraum Mai bis August vorgesehen. Das Tor muss rechtzeitig vor Beginn der Sturmflutsaison wieder einsatzbereit sein, da es das dahinterliegende Gewerbegebiet vor Hochwasser schützt. Die Kosten liegen bei etwa 350.000 Euro.

Instandhaltung im laufenden Betrieb

Neben den großen Bauvorhaben setzt NPorts auch kleinere Maßnahmen zur Sicherung der Hafeninfrastruktur um. Dazu gehört unter anderem die Instandsetzung von Pflasterflächen in Norddeich und Bensersiel mit einem Investitionsvolumen von jeweils etwa 200.000 Euro. Die Arbeiten erfolgen unter laufendem Betrieb, insbesondere im Westhafen Norddeich, einem touristisch stark frequentierten Bereich. Dort wird während der Bauphase unter anderem eine Baustellenampel eingesetzt, um den Verkehr sicher zu führen.

Hintergrund der Maßnahmen sind unter anderem Versackungen und frostbedingte Schäden, die zu Hohlstellen in den Flächen geführt haben. Durch die Instandsetzung wird die Verkehrssicherheit verbessert und die langfristige Nutzbarkeit der Hafenflächen sichergestellt.

Maßnahmen aus dem Sondervermögen

Zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität ermöglichen es, wichtige Projekte früher umzusetzen. Dazu gehört unter anderem die Sanierung der Spundwand am östlichen Leitdamm in Norddeich. Mit einem Investitionsvolumen von rund 3 Millionen Euro wird die sichere Zufahrt zum Hafen langfristig gewährleistet. Die bestehende Konstruktion weist Schäden in der Wasserwechselzone auf, sodass Steine in die Fahrrinne gelangen können. Die Maßnahme trägt dazu bei, die Sicherheit der Hafenzufahrt langfristig zu gewährleisten. Die Planung startet 2026, die Umsetzung ist für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.

Ein weiteres Projekt ist die Sanierung des Fähranlegers auf der Nordseite des Hafens Norderney. Die Planungen sollen 2029 beginnen, die Kosten liegen bei 10 Millionen Euro.

„Unsere Häfen sind das Rückgrat der Inselversorgung. Mit gezielten Investitionen stellen wir sicher, dass sie auch künftig zuverlässig, sicher und leistungsfähig bleiben“, so Bokeloh.

Nachhaltigkeit vor Ort: Projekt „Honey Bee“

Im Bereich Nachhaltigkeit setzt die Niederlassung Norden eigene Akzente. Im Hafen Bensersiel wird seit dem Frühjahr 2024 im Rahmen des Projekts „Honey Bee“ Hafenhonig produziert. In Kooperation mit dem Imker Jürgen Erdmann aus Upgant-Schott wurden Bienenvölker auf einer eigens gestalteten Fläche angesiedelt. Die angelegt Blühfläche bietet den Bienen optimale Bedingungen. 2025 wurde das Projekt durch ein Azubiprojekt ergänzt, bei dem ein Unterstand für die Bienenvölker errichtet wurde.

Das Engagement wird nun weiter ausgebaut: Der Vertrag mit dem Imker wurde verlängert, zusätzlich kommt ein weiteres Bienenvolk hinzu. Ergänzend sollen Obstbäume gepflanzt werden, um das Nahrungsangebot für die Bienen weiter zu verbessern.

 

Bildtexte:

Leitungswechsel
Neues Gesicht in der Niederlassung Norden: Friedrich Voß (links) verabschiedet sich in den Ruhestand und übergibt die Leitung an Anja Bokeloh. Gemeinsam mit NPorts-Geschäftsführer Holger Banik gaben sie in Norddeich bei einem Pressegespräch einen Einblick in aktuelle Projekte. (Bild: J. Ziegeler/NPorts)

Hochwasserschutztor
Die Instandsetzung dieses Hochwasserschutztors auf Norderney ist für den Zeitraum Mai bis August geplant. Die Kosten liegen bei etwa 350.000 Euro. (Bild: NPorts)

Wangerooge
Die Collage zeigt den Hafen auf Wangerooge vor und nach dem Rückbau der Pfahlbauwerke. (Bilder: Christian O. Bruch/W. Feeken/NPorts)

Norderney
Die rund 10 Millionen Euro teure Sanierung des Fähranlegers auf der Nordseite des Hafens Norderney soll 2029 beginnen. Dieses Projekt wird durch das Sondervermögen finanziert. (Bild: NPorts)

Hinweis: Mehr Bildmaterial finden Sie in unserer digitalen Pressemappe.

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