Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Investitionen noch bei rund 140 Millionen Euro lagen, bewegen sich die Ausgaben 2026 weiterhin auf einem hohen Niveau. Für das laufende Jahr werden vorbehaltlich der Jahresrechnung Investitionen in Höhe von etwa 71 Millionen Euro erwartet. Zusätzlich steigen die Instandhaltungskosten auf rund 11,5 Millionen Euro und liegen damit etwa zwei Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
Liegeplätze 5- 7
Für den Bau der Liegeplätze 5-7 hat Niedersachsen Ports (NPorts) 300 Millionen Euro vorgesehen.
Auf einer Länge von rund 1.250 Metern entstehen drei neue Liegeplätze sowie etwa 38 Hektar schwerlastfähiges Hafengelände. Die Flächen sind insbesondere für die Anforderungen der On- und Offshore-Windenergie ausgelegt und stärken die Rolle Cuxhavens als Deutsches Offshore- Industrie-Zentrum.
Bisher wurde die komplette Hauptwand bestehend aus Tragrohren, Zwischenbohlen und Schrägpfählen hergestellt. Seit März laufen die Aufspülarbeiten mit zwei Hopperbaggern, die täglich bis zu 70.000 m³ Sand einspülen. Diese Spülarbeiten werden voraussichtlich bis Ende Oktober andauern. Das Projekt liegt sowohl im Zeit- als auch im Budgetplan. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen.
,,Die Liegeplätze 5 bis 7 in Cuxhaven sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Niedersachsen", sagt der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne. „Mit dieser Investition schaffen wir die hafenseitige Infrastruktur, die wir für den massiven Ausbau der Windenergie brauchen. Cuxhaven wird damit zum zentralen Drehkreuz für die Offshore-Industrie und sichert gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region.‘‘
Nordhafenerweiterung in Stade
Auch am Standort Stade treibt NPorts die Weiterentwicklung der Hafeninfrastruktur voran. Mit der Erweiterung des Nordhafens entstehen zusätzliche Kapazitäten für den Umschlag von Massengütern und Schüttgütern. Geplant ist der Bau einer neuen Kaimauer mit einer Länge von rund 825 Metern sowie die Schaffung von etwa 24 Hektar Umschlags- und Lagerfläche. Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase, die im Jahr 2025 begonnen hat.
Neue Schwerlastbrücke stärkt infrastrukturelle Anbindung
Zur weiteren Verbesserung der infrastrukturellen Anbindung in Cuxhaven ist durch die Stadt Cuxhaven der Bau einer neuen Schwerlastbrücke geplant. Sie soll künftig die Bundesstraße B73 mit den Umschlags- und Gewerbeflächen im Hafen sowie dem Siemens-Gamesa-Werk verbinden.
Mit dem Projekt wird insbesondere die Logistik für die On- und Offshore-Windenergie gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig gesichert. NPorts unterstützt die Stadt Cuxhaven bei der Umsetzung der Maßnahme. Baubeginn ist für das Jahr 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird für 2029 angestrebt.
Sanierung der „Alten Liebe“ in Cuxhaven
Die „Alte Liebe“ in Cuxhaven ist ein prägendes Wahrzeichen der Stadt und ein bedeutender Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurde das Bauwerk immer wieder angepasst, umgebaut und instandgehalten. Um die Anlage langfristig zu sichern, sind nun erneut umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
Aufgrund der zunehmenden klimatischen Belastung wird die Anlage um etwa einen Meter angehoben, um sie künftig besser vor steigenden Wasserständen zu schützen. Zudem ist ein Wetterschutz vorgesehen der die Aufenthaltsqualität verbessern soll.
Mit der Maßnahme wird die „Alte Liebe“ nicht nur gesichert, sondern auch zukunftsfähig weiterentwickelt. Insgesamt wendet NPorts für den Bau 5,5 Millionen Euro auf.
Lückenschluss im Neuen Fischereihafen
Im Neuen Fischereihafen in Cuxhaven wird ein weiterer infrastruktureller Ausbau umgesetzt. Am Kopfende des Hafens ist ein Lückenschluss vorgesehen, um zusätzliche Umschlagsflächen zu schaffen und die vorhandenen Flächen effizienter nutzen zu können.
Hierfür wird eine rund 80 Meter lange Spundwand mit entsprechender Rückverankerung errichtet. Durch die Maßnahme entstehen neue, zusammenhängende Flächen, die künftig für den Hafenumschlag und logistische Prozesse zur Verfügung stehen. Damit werden die Funktionalität des Hafens insgesamt verbessert und zusätzliche Entwicklungspotenziale geschaffen.
Die Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen und voraussichtlich 2027 abgeschlossen werden. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro vorgesehen.
Ausbau der Hafenbahninfrastruktur durch neue Gleise
Zur Verbesserung der Schienenanbindung im Hafen Cuxhaven plant NPorts den Neubau zusätzlicher Gleise im Bereich des ehemaligen Fischversandbahnhofs. Ziel ist es, die Abwicklung des zunehmenden Zugverkehrs effizienter zu gestalten und bestehende Kapazitätsengpässe zu reduzieren.
Derzeit verkehren täglich etwa sechs bis acht Güterzüge in den Hafen, hinzu kommen zahlreiche Rangierfahrten. Die vorhandene Gleisinfrastruktur stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen. Mit dem Ausbau sollen zusätzliche Kapazitäten für das Einfahren, Ausfahren und Abstellen von Zügen geschaffen werden.
Geplant ist der Neubau von drei weiteren Gleisen (Gleise 70, 72 und 73) sowie die Anpassung des bestehenden Gleises 71. Zwei der neuen Gleise sollen eine Nutzlänge von rund 760 beziehungsweise 730 Metern erhalten und perspektivisch an das Netz der Deutschen Bahn angebunden werden. Ergänzend werden zwei Gleise als Endgleise ohne Durchfahrt ausgeführt. Durch die Maßnahme wird die Zugabwicklung im Hafen deutlich verbessert und die Leistungsfähigkeit der Hafenlogistik nachhaltig gestärkt. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von rund sieben Millionen Euro vorgesehen.
Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG erklärt: „Neben den neuen Liegeplätzen investieren wir gezielt in die Hinterlandanbindung und stoßen vorausschauend Zukunftsprojekte an. Dabei zeigt sich: Erst die Summe der Einzelmaßnahmen macht den Unterschied. Vom Ausbau der Liegeplätze über die verbesserte Anbindung bis hin zu weiteren Projekten greifen alle Investitionen ineinander und stärken den Hafenstandort Cuxhaven.“
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