Hafenentwicklung in Brake

Brake |

Investitionen in Infrastruktur, Hinterlandanbindung und Zukunftsprojekte

Niedersachsen Ports (NPorts) treibt die Weiterentwicklung des Seehafens Brake mit umfangreichen Investitionen in Infrastruktur, Hinterlandanbindung und zentrale Bauwerke voran. Für das Jahr 2026 plant die landeseigene Hafengesellschaft Investitionen in Höhe von 7,9 Millionen Euro. Hinzu kommen Aufwendungen für Unterhaltung, Wartung und Instandsetzung in Höhe von 8,7 Millionen Euro.

Dritter Liegeplatz am Niedersachsenkai in Planung

Ein zentrales Zukunftsprojekt ist die Planung für den Bau eines dritten Liegeplatzes am Niedersachsenkai. Die Planungen umfassen neben der Kaianlage auch Verkehrsflächen sowie Gleisanlagen zur Anbindung. Ziel ist es, das Planfeststellungsverfahren Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 mit einem Beschluss abzuschließen.

Für die Vor- und Genehmigungsplanung sind rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Parallel laufen die Aufstellung des Bebauungsplans sowie die Anpassung des Flächennutzungsplans. Derzeit werden die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erarbeitet.

Stärkung der Hafenbahn: Elektrifizierung und Kapazitätsausbau

Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und den Hafenbahnbetrieb zu optimieren, werden die Gleise beider Vorstellgruppen teilweise elektrifiziert. Vorgesehen ist, Zugankünfte und -abfahrten direkt auf der Hafenbahn zu ermöglichen und so den bisher notwendigen Lokwechsel beim Rangierverkehr zum vorgelagerten Bahnhof einzusparen.

Hintergrund ist die steigende Bedeutung des Schienenverkehrs im Hafen Brake: Bereits heute werden rund 31 Prozent der Güter über die Schiene abgewickelt, mit weiter steigender Tendenz. Durch die Maßnahme können Kapazitätsengpässe im vorgelagerten Bahnhof reduziert und die Effizienz des Schienengüterverkehrs deutlich gesteigert werden.

Sanierung der Braker Seeschleuse

Die Braker Seeschleuse, die seit rund 45 Jahren in Betrieb ist, wird umfassend instand gesetzt. Sie dient sowohl als Zugang zum Binnenhafen als auch als Bestandteil des Hochwasserschutzes.

Nach der Sanierung des Binnentors werden im Jahr 2026 die Arbeiten am Außentor durchgeführt. Diese umfassen unter anderem die vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes sowie umfangreiche mechanische und technische Instandsetzungen. Die Arbeiten können ausschließlich außerhalb der Hochwasserschutzsaison zwischen März und September erfolgen und sollen bis Ende der Saison abgeschlossen werden. Während der Bauphase sind Einschränkungen für die Nutzung der Schleuse möglich.

Die Gesamtmaßnahme erstreckt sich über mehrere Jahre und umfasst auch die Sanierung der Schleusenkammer sowie die Erneuerung der Steuerungstechnik.

Sanierung des Braker Außentiefs

Ab 2026 beginnen zudem die Planungen für die umfassende Sanierung des Braker Außentiefs. Das Tief ist der Deichvorland-Abschnitt des Braker Sieltiefs. Es dient der Entwässerung der Wesermarsch durch ein Sielbauwerk, ein verschließbares Wasserbauwerk, das in die Weser leitet.

Das rund 53 Meter lange Tunnelbauwerk unter der Hafenfläche und auch unterhalb eines Silos des Althafens wird vollständig erneuert. Die Maßnahme stellt hohe Anforderungen an Planung und Bauausführung, da sie unter laufendem Hafenbetrieb und unter Tideeinfluss erfolgt.

Die Bauausführung ist ab 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2028 geplant.

Erweiterung von Flächen und Infrastruktur am Niedersachsenkai

Zur weiteren Entwicklung des Niedersachsenkais werden zusätzliche öffentliche Lagerflächen geschaffen. Geplant ist die Herstellung von rund 3,5 Hektar Lagerfläche sowie Erschließung durch den Bau einer neuen Straße (Ringstraße) mit einer Länge von etwa 450 Metern und einer Fahrbahnbreite von 10 Metern sowie begleitender Infrastruktur wie Entwässerung und Beleuchtung.

Die Straße innerhalb des Hafens wird für den Schwerlastverkehr ausgelegt und dient der Anbindung der Hafenflächen an das bestehende Hafenareal. Zunächst sind vorbereitende Erdarbeiten erforderlich, um die Fläche auf die notwendige Geländehöhe anzuheben.

Großensiel

Das Interessenbekundungsverfahren „Waterkant Nordenham“ von NPorts und der Stadt Nordenham zur Neunutzung des Großensieler Hafens ist abgeschlossen.

Eingegangen ist eine Bewerbung zur Entwicklung der rund 12 Hektar großen Hafenfläche zu einem modernen Wohn- und Freizeitquartier mit Gastronomie, Hotellerie, touristischen Angeboten sowie ergänzendem Handel und Gewerbe. NPorts und die Stadt Nordenham prüfen nun die eingereichten Unterlagen und werden diese gemeinsam mit dem Interessenten auf Grundlage des veröffentlichten Exposés weiter erörtern.

Boitwarder Groden

Der Boitwarder Groden gilt als wichtige Entwicklungsfläche für den Seehafen Brake. Derzeit laufen die Vorbereitungen im Planungsrecht für das Areal Boitwarder Groden nördlich der Berliner Straße. Die Stadt Brake geht den nächsten Schritt bei der Stadtplanung: Nachdem der Verwaltungsausschuss bereits im September 2024 den offiziellen Aufstellungsbeschluss gefasst hatte, gab der Fachausschuss nun grünes Licht für die nächsten Etappen. In seiner Sitzung am 28. April 2026 beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Infrastruktur die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden zu starten. Konkret geht es dabei um die 40. Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan Nr. 89.

Ziel dieses Parallelverfahrens ist es, dem wachsenden Bedarf an hafenaffinen Entwicklungsflächen zu entsprechen und diese planungsrechtlich für weitere Entwicklungsschritte vorzubereiten.

Ebenso am Boitwarder Groden besteht weiterhin Interesse an einer Tank-Rast-Anlage für den Braker Hafen. NPorts hat die Flächen südlich des Gleisbogens erneut ausgeschrieben und befindet sich derzeit dazu in Vertragsverhandlungen.

Hafen Brake als wichtiger Logistikstandort

„Mit diesen Maßnahmen setzen wir unsere Pläne für die Weiterentwicklung des Seehafens Brake konsequent um. Wir entwickeln den Hafen Schritt für Schritt weiter und bringen die Projekte voran, die wir uns vorgenommen haben“, sagt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Gesellschaften. „Entscheidend für die Zukunft des Standorts ist dabei eine leistungsfähige Anbindung. Dazu gehört neben einer sicheren Schienen- und Straßenanbindung auch die Anpassung der Wassertiefe der Weser. Die Bedeutung dieser Maßnahmen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen wird auf Landes- und auch auf Bundesebene gesehen. Entscheidend ist nun ein verlässliches und zügiges Verfahren.“

 

 

Bildtext:

Holger Banik (v.l.), Franziska Walther, stellvertretende Niederlassungsleiterin Brake, und Christian Helten, Niederlassungsleiter Brake, vor dem Braker Außentief (Foto: Lars Rötz/NPorts)

Weiteres Bildmaterial finden Sie unter: https://nports.px.media/share/1778572990CHVCAiaSMVkfOw

Ihr Kontakt zur Presseabteilung

Dörte Schmitz, Leitung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Dörte Schmitz

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