Angekommen im Hafen
Jonas Höfers findet bei NPorts seinen Platz
Wenn Jonas Höfers erzählt, lacht er oft. Auch dann, wenn das Gesagte eigentlich schwer ist. Dieses Lachen zieht sich durch viele seiner Antworten und begleitet ihn auch hier und heute, wo er angekommen ist. Angekommen im Hafen von Cuxhaven. Angekommen bei NPorts. Und angekommen bei sich selbst.
Seit elf Monaten absolviert der 28-Jährige sein Praktikum in unserem Bauhof in Cuxhaven. Am 1. August geht es für ihn den nächsten großen Schritt weiter: Er beginnt hier bei NPorts in Cuxhaven seine Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik. Ein Satz, der heute selbstverständlich klingt, aber vor ein paar Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre.
Ein Arbeitstag mit Blick aufs Wasser
Um 6.45 Uhr beginnt Jonas’ Arbeitstag. Er kommt mit dem Fahrrad, der Weg ist kurz. Bis 15.30 Uhr arbeitet er gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen draußen im Hafen, auf dem Bauhof oder an wechselnden Einsatzorten.
Sein Alltag ist vielseitig: Er unterstützt beim Winterdienst, streut an der Alten Liebe per Hand, hat dort auch schon Geländer gestrichen, beim Restaurieren des Hafenfeuers mitgearbeitet, Holzleisten zugeschnitten, Kabelüberfahrschutze gebaut, Schachtdeckel mit Steelpaint grau und schwarz gestrichen, damit sie die nächsten Winter und den nächsten Stürmen standhalten.
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Dazu kommt die Mülltour an mehreren Tagen in der Woche, das Arbeiten mit dem Gabelstapler (natürlich mit frisch erworbenem Staplerschein) und immer wieder neue Aufgaben im Metall-, Tischlerei- oder Elektrobereich.
Während seines Praktikums bei NPorts hat Jonas den Gabelstaplerführerschein gemacht.<o:p></o:p>
„Nur Büro, das wäre gar nichts für mich“, sagt Jonas und lacht. „Ich muss draußen sein. Mit anfassen. In Bewegung bleiben.“ In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad. Außerdem liest er gerne, am liebsten Psychothriller. Aktuell liest er „Der dunkle Sommer“. „Da geht’s um eine Frau, die für einen Euro ein Haus in Italien kauft“, erzählt Jonas.
Arbeiten, wo andere Urlaub machen
Der Hafen ist für den gebürtigen Dorumer mehr als ein Arbeitsplatz. „Heimat“, sagt er, ohne lange zu überlegen. Morgens, wenn die Sonne über der Elbmündung aufgeht, wenn große Schiffe vorbeiziehen und das Wasser leise gegen die Kaje schlägt – das sind die Momente, die ihm im Gedächtnis bleiben. „Das Meer fasziniert mich immer“, sagt er, „diese Weite.“
Sommer oder Winter? „Beides hat seinen Reiz“, sagt Jonas. Im Sommer sprechen ihn oft Touristen an: Wo fährt was ab? Wann kommt die Fähre? Außerdem grillen die Kolleg*innen im Sommer mittags auch mal zusammen. Im Winter wird es ruhiger im Hafen, klarer, fast meditativ.
Ein Weg mit Umwegen – und viel Stärke
Dass Jonas heute hier steht, ist keine Selbstverständlichkeit. Er spricht offen darüber, dass er krank war, lange nicht arbeiten konnte und eine begonnene Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker abbrechen musste. Eine schwere Zeit, sagt er. Und lacht dann kurz.
„Step by step“, beschreibt er seinen Weg zurück. Über die Lebenshilfe Cuxhaven, über Reha-Beratung, über viel Eigeninitiative. „Ich wollte immer raus aus dem zweiten Arbeitsmarkt“, sagt Jonas. „Ich habe immer ein bisschen mehr gemacht, als von mir erwartet wurde.“ Diese Haltung ist auch bei NPorts aufgefallen.
Ein Glücksgriff für beide Seiten
Über Christian Spieckermann aus dem Bauhofteam kam der Kontakt zu NPorts zustande. Gemeinsam mit der Lebenshilfe wurde das Praktikum möglich gemacht – und schnell verlängert.
„Jonas sieht Arbeitsschritte, bevor man sie ihm sagt“, erklärt Stefan Hartwig, Abteilungsleiter Technischer Service. „Er reicht Material an, denkt mit, ist vorausschauend. Das kann man schwer lernen, das bringt man mit.“
Nach kurzer Einarbeitung arbeitete Jonas selbstständig. Heute ist er fest im Team integriert. „Wir hatten hier wirklich einen Glücksgriff“, sagt Stefan.
Jonas Höfers und Stefan Hartwig an der Klappbrücke
Blick nach vorn
Vor zwei Wochen hat Jonas den Ausbildungsvertrag unterschrieben. Ab August kommt zur Arbeit im Hafen dann auch die Berufsschule in Cadenberge dazu. Der Schwerpunkt: Metall, Konstruktion, Schweißen. Genau das, was Jonas besonders gerne macht.
Was ihn am meisten freut? „Die Perspektive. Die Sicherheit. Die Zukunft.“ Und ob er sich vorstellen kann, bei NPorts zu bleiben? „Ich will hier nicht mehr weg“, sagt Jonas – und lacht.
Am Ende beschreibt Jonas seinen Praktikumsalltag in drei Worten so: Spannend. Lehrreich. Zufriedenstellend. Und vielleicht kommt noch ein viertes dazu – unausgesprochen, aber spürbar in jedem Satz: angekommen.


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