Hafenpost

Die Feuerwehrtruppe des Hafens

Nur drei Kollegen, aber ein ganzer Hafen voller Aufgaben.

Nils Stern, Rewert Reents und Gerrit Kathmann
#Jobs im Hafen|  4 Min.

770 Hektar. So groß ist das Hafengebiet in Wilhelmshaven. Unzählige Anlagen, Grünflächen und technische Einrichtungen. Und mittendrin ein Team aus nur drei Kollegen, die im Technischen Service arbeiten. Wie schaffen sie das? Um genau das herauszufinden, haben wir sie Anfang Juni in Wilhelmshaven besucht.

Ein Anruf genügt

Wenn irgendwo im Hafen etwas repariert werden muss, dauert es meist nicht lange, bis das Telefon bei ihnen klingelt. Nils Stern, Rewert Reents und Gerrit Kathmann nennen sich deshalb selbst augenzwinkernd die „Feuerwehrtruppe des Hafens“.

Ihr Arbeitsplatz ist dabei ein besonderer Ort. Etwas versteckt im Wilhelmshavener Hafen liegt ihre Werkstatt im ehemaligen Schnürboden*. Während alle anderen Kolleg:innen am Standort im Gebäude Pazifik 1 arbeiten, sind die drei hier zu Hause. Abgeschottet fühlen sie sich trotzdem nicht. Im Gegenteil: Fast täglich werden sie zu Einsätzen gerufen und stehen im engen Austausch mit den Kolleg:innen vor Ort.

Erst seit drei Jahren bilden sie das Team des Technischen Services. Nils ist Elektriker und arbeitete zuvor mehr als 20 Jahre in einer Industriehalle. Rewert kommt aus der Lebensmittelindustrie und ist gelernter Industriemechaniker. Gerrit ist auch Industriemechaniker und war unter anderem im Schleusenbau und als technischer Leiter tätig. Drei unterschiedliche Lebensläufe mit verschiedenen Stärken, die sich hier gefunden haben.

Dabei überraschte sie ihr neuer Arbeitsplatz positiv. Nils erinnert sich noch gut an seinen ersten Eindruck: „Vor meinem Start bei NPorts dachte ich beim Hafen Wilhelmshaven immer nur an den JadeWeserPort. Erst hier habe ich gemerkt, wie groß das Hafengebiet tatsächlich ist und wie vielfältig die Aufgaben dahinter sind.“

Viel zu tun

Genau diese Vielfalt macht für alle drei den Reiz ihrer Arbeit aus. An einem Tag richten sie Straßensperrungen ein oder pflegen Grünflächen. Am nächsten führen sie Kontrollarbeiten an den Pontons im Hafen durch oder prüfen die Pumpen der Hebeanlagen am Wangeroogkai und Helgolandkai.

Auch im Hooksieler Innenhafen sind sie im Einsatz. Dort kümmern sie sich um die Instandhaltung der Sauerstoffanlage. Sie sorgt dafür, dass das stehende Gewässer kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt wird und das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt.

Hinzu kommen regelmäßige Prüfungen elektrischer Geräte und Anlagen nach DGUV-Vorgaben sowie kleinere und größere Reparaturen im gesamten Hafengebiet. Dabei können sie auch immer auf ihre, wie sie betonen, sehr gut ausgestattete Werkstatt zurückgreifen. Gleichzeitig sind sie die ersten Ansprechpartner, wenn im Verwaltungsgebäude Pazifik 1 etwas kaputtgeht.

Auch auf dem Wasser sind sie inzwischen unterwegs. Nils und Gerrit haben den Bootsführerschein gemacht und können mit dem Arbeitsboot Havenkieker viele Arbeiten selbst übernehmen, wie Steigleitern kontrollieren, Positionslampen warten oder Rohrleitungen demontieren. Früher musste dafür häufig unser Peilschiff Argus mit Besatzung angefordert werden. Heute können sie viele Einsätze deutlich flexibler durchführen.

Rewert steuert dafür größere Maschinen durch den Hafen. „Früher bin ich Stapler gefahren. Heute sitze ich auf dem Radlader. Das macht mir definitiv mehr Spaß“, erzählt Rewert lachend. Hinzu kommen bei allen dreien Qualifikationen wie der Kettensägenschein. Damit kümmern sie sich beispielsweise um Baumreihen entlang der Hafenstraßen oder übernehmen Rückschnitte auf Flächen, die zu NPorts gehören.

Und selbst diese Aufzählung zeigt nur einen Ausschnitt ihres Arbeitsalltags. Würden wir alle Aufgaben aufzählen, wäre dieser Blogbeitrag deutlich länger geworden.

Vertrauen statt Kontrolle

Natürlich haben sie Vorgesetzte. Im Arbeitsalltag gibt ihnen aber niemand jeden Morgen einen Arbeitszettel mit auf den Weg. Stattdessen organisieren sie ihre Einsätze eigenständig, stimmen sich untereinander ab und entscheiden selbst, was zuerst erledigt werden muss. "Hauptsache, die Arbeit wird erledigt", fasst Gerrit diese Freiheit zusammen.

Genau das schätzen alle drei besonders: Das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird. Sie wissen, was zu tun ist, übernehmen Verantwortung und können sich darauf verlassen, dass auch ihnen Vertrauen entgegengebracht wird.

Beim Gespräch wird schnell deutlich, warum alle drei morgens gerne zur Arbeit kommen. Natürlich wegen der abwechslungsreichen Aufgaben. Aber mindestens genauso oft wie über ihre Arbeit sprechen die drei über ihr Team und das tolle Miteinander. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen mit und alle packen überall mit an. Als wir zum Schluss nach lustigen Anekdoten aus dem Arbeitsalltag fragen, sind sich alle einig: So ziemlich jeder Tag hält eine lustige Geschichte parat. Das glauben wir ihnen gerne und wünschen ihnen, dass auch noch lange so bleibt.

 

 

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*Schon gewusst?
Der ehemalige Schnürboden in Wilhelmshaven ist ein Gebäude mit viel Geschichte und war früher das Herzstück des Schiffbaus. Lange bevor es Computer gab, wurden hier Schiffsrümpfe im Maßstab 1:1 auf einen riesigen Holzboden gezeichnet. Mit gespannten, mit Kreide eingeriebenen Schnüren entstanden millimetergenaue Linien, nach denen später die Stahlplatten für die Schiffe gefertigt wurden.

 12         von: Katja Mädler

Kommentare

Marko Meyer
"Die drei Jungs sind Gold wert für uns - Danke für euren immerwährenden Einsatz und eure Freundlichkeit!"