Viele Hände, schnelles Ende
Wie die Seekrabbe für den nächsten Einsatz fit gemacht wird
Seit Ende Mai liegt unser Hopperbagger Seekrabbe in der dänischen Soby Werft. Dort wird das Schiff umfassend überprüft und instand gesetzt. Hinter den Arbeiten steckt jedoch weit mehr als Schweißen, Streichen und Schrauben. Unser Kollege Jürgen Höpcke aus dem Team Schiff gibt einen Einblick in den Arbeitsalltag auf der Werft.
Koordinator zwischen Schiff und Büro
Für Jürgen und seinen Kollegen Rainer Nannen beginnt der Tag gemeinsam. „Wir sind über die gesamte Zeit zusammen in einer Ferienwohnung. Das klappt ganz gut. Der Wecker klingelt um 05:30 Uhr, aber wir sind meist beide schon früher wach“, erzählt er.
Gegen 06:45 Uhr sind Jürgen und Rainer dann im Büro. Dort checken sie ihre E-Mails und bearbeiten wichtige Dinge, die über Nacht angefallen sind. Danach geht’s direkt zum Schiff. „Es ist uns sehr wichtig, dass wir die Crew jeden Tag sehen und persönlich mit ihr sprechen. Im direkten Austausch erfahren wir dann, was am Abend oder in der Nacht los war, wo es eventuell Probleme gibt und was zu tun ist. Vieles lässt sich im persönlichen Gespräch einfach schneller klären.“

Rainer Nannen und Jürgen Höpcke auf der Werft
Neben den Tätigkeiten auf und an dem Schiff gibt es viel Büroarbeit zu erledigen. Vor allem jetzt zum Schluss der Werftzeit. Hier stimmen sie die Arbeiten mit der Werft ab und kümmern sich um kurzfristig auftretende Themen. Jürgen ist aktuell viel mit dem Nachtragsmanagement und der Abstimmung mit der Werft beschäftigt. Eine sehr umfassende Aufgabe ist auch die Dokumentation der Arbeiten. Von allen wichtigen Arbeitsschritten werden Fotos und Berichte erstellt, sodass die Fortschritte später noch genau nachvollziehbar sind. Auch die Kolleg:innen müssen regelmäßig informiert bleiben. Daher gehören Werfttageberichte und Statusberichte zum Tagegeschäft der beiden. Und natürlich die wichtigste Aufgabe: dafür sorgen, dass das Budget eingehalten wird. „Der letzte Satz in einem solchen Bericht ist immer der Wichtigste: Dass alle Arbeiten im Budget sind“, lacht Jürgen.
Alle 30 Monate in der Werft
Dass die Seekrabbe regelmäßig in die Werft muss, ist im Übrigen gesetzlich vorgeschrieben. Alle 30 Monate ist eine sogenannte Zwischenbesichtigung vorgeschrieben. Alle fünf Jahre folgt zusätzlich die Klassen-Erneuerung durch die Klassifikationsgesellschaft DNV. Erst nach erfolgreicher Prüfung darf das Schiff wieder in den Einsatz.
Bereits Monate vor dem eigentlichen Werftaufenthalt beginnen die Vorbereitungen. Gemeinsam mit der Besatzung, den Niederlassungsleitungen, der Zentralen Vergabestelle und weiteren Beteiligten wird festgelegt, welche Arbeiten durchgeführt werden müssen. Es gibt Besichtigungstermine vor Ort, Leistungsverzeichnisse werden erstellt, Budgets werden geplant und die Ausschreibung wird Schritt für Schritt vorbereitet. Das ist echtes Teamwork, denn es arbeiten sehr viele Kolleginnen und Kollegen NPorts-weit zusammen.
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Arbeiten an vielen Stellen gleichzeitig
Während die Werft Schweiß-, Stahl- und Beschichtungsarbeiten übernimmt, unterstützt die Besatzung an zahlreichen Stellen selbst. Maschinist und Decksmann kümmern sich um Instandhaltungsarbeiten und erledigen Reparaturen, die nur möglich sind, wenn das Schiff im Trockendock liegt. Der Kapitän und der Nautiker überwachen hauptsächlich die Arbeiten an Bord. Auch das neue Jetrohr, das von den Kolleg:innen unseres Technischen Service in Emden gefertigt wurde, wurde während des Werftaufenthalts eingebaut.
Parallel arbeiten also verschiedenste Gewerke über, unter und im Schiff. Sogar nachts. Daher muss immer eine Person der Crew an Bord bleiben, um im Notfall schnell vor Ort zu sein.
Der Alltag fern von zu Hause
Wie bereits erwähnt leben Jürgen und Rainer während der gesamten Werftzeit seit sechs Wochen in einer Ferienwohnung auf der Ostseeinsel Ærø. Am Wochenende nach Hause zu fahren lohnt sich kaum, denn die Anreise dauert bestenfalls rund sechseinhalb Stunden.
Unsere Crew der Seekrabbe bzw. beide Crews regeln das anders. Sie wechseln sich wöchentlich ab und sind in einer zweiten Ferienwohnung vor Ort untergebracht.
An alle, die jetzt denken ‚Das klingt nach einem tollen Urlaub‘. Die müssen wir leider enttäuschen. „Es ist eher wie Alcatraz in schön“, scherzt Jürgen im Gespräch. Gearbeitet wird nahezu die gesamte Woche inklusive Samstag und Sonntag. Auch viele Subunternehmen sind an Wochenenden und nachts im Einsatz. Der Tag beginnt früh und endet oft erst gegen 17 oder 18 Uhr. „Danach gehen wir in die Wohnung und machen uns ein bisschen frisch. Essen kochen dauert dann ja auch seine Zeit und meist geht es gegen 21:30 Uhr ins Bett. Der Arbeitstag ist lang, deshalb sehen wir von der Insel leider nicht viel. Unsere Ferienwohnung liegt direkt an der Hauptstraße. Gleich um die Ecke ist außerdem eine Wasserbaustelle. Einmal wurden dort morgens um 4 Uhr Steine abgeladen. Da war wahrscheinlich die ganze Insel wach. Inzwischen schlafe ich mit Gehörschutz“, erzählt Jürgen schmunzelnd.
Trotz des engen Zeitplans gehört eine gemeinsame Tasse Kaffee oder Tee mit der Crew jeden Tag dazu. Sie haben auch schon abends zusammen gegrillt. Das stärkt den Zusammenhalt.
Nach der Seekrabbe geht es direkt weiter
Wenn die Seekrabbe nun aus der Werft wieder in den Einsatz geht, haben Rainer und Jürgen erstmal Urlaub. Lange durchatmen können Sie aber nicht. Bereits Mitte August steht der nächste Werftaufenthalt für zwei unserer NPorts-Schiffe an. Dann geht unser Peilschiff Argus ins Dock. Parallel ist dann unser Arbeitsschiff Seelöwe in Oldersum in der Werft.
Die Begleitung eines Werftaufenthalts ist so intensiv, sagt Jürgen, dass sie sich nicht aus der Ferne erledigen lässt. „Man muss vor Ort sein. So etwas macht man nicht nebenbei.“ Eigentlich verantwortet er außerdem Projekte wie SmartKai. Während des Werftaufenthalts übernehmen Kolleg:innen diese Aufgaben. So kann er sich voll auf die Arbeiten vor Ort konzentrieren. „Das gefällt mir sehr gut. Sonst springt man ja immer von einem Thema zum nächsten. Hier hast du den Kopf frei und kannst dich ganz auf die Sache konzentrieren. Den Überblick bei den vielen Einzelaufgaben zu behalten, ist wahrscheinlich die größte Herausforderung.“
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Die Seekrabbe im Trockendock…
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… und endlich wieder im Wasser.
Eines wird im Gespräch mit Jürgen immer wieder deutlich: Im Mittelpunkt steht für ihn nicht die eigene Arbeit, sondern die Gemeinschaftsleistung. Denn vor und während des Werftaufenthalts greifen unzählige Aufgaben ineinander und nur gemeinsam lässt sich der enge Zeitplan einhalten, damit die Seekrabbe bald wieder in See stechen kann.


















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