Große Seeschleuse Emden für fünf Tage gesperrt

Emden |

Niedersachsen Ports bereitet den nächsten Schritt bei der Modernisierung der Großen Seeschleuse vor. Im Anschluss übernimmt das neue Reservetor die Position am Binnenhaupt. Für geeignete Schiffe steht während der Sperrung mit der Nesserlander Schleuse eine alternative Schleusenverbindung zur Verfügung.

Die Große Seeschleuse Emden wird von Donnerstag, 17. September, bis einschließlich Montag, 21. September 2026 für den Schiffsverkehr gesperrt. Niedersachsen Ports (NPorts) nutzt die fünftägige Sperrung für den nächsten wichtigen Schritt bei der Modernisierung der Schleusenanlage. Am Binnenhaupt werden der bisherige Fahrbahnwagen und der Antriebswagen mit Hilfe eines 700-Tonnen-Autokrans ausgehoben. Anschließend wird die neue Seilantriebstechnik installiert.

Im Anschluss soll das neue Reservetor die Position des bisherigen Tores am Binnenhaupt übernehmen. Ab dem 22. September soll das rund 1.200 Tonnen schwere Tor dort für voraussichtlich rund ein Jahr im Einsatz sein. Damit kann NPorts das bisherige Binnenhaupttor außer Betrieb nehmen und im weiteren Projektverlauf umfassend modernisieren. 

„Mit dem Einsatz des Reservetores erreichen wir einen weiteren wichtigen Schritt bei der Modernisierung der Großen Seeschleuse. Die Arbeiten sind so geplant, dass die notwendigen Sperrzeiten möglichst gering bleiben. Nach dem Torwechsel kann die Schleuse wieder für den Schiffsverkehr zur Verfügung stehen, während wir die Modernisierung des Bestandstores und weitere Arbeiten fortsetzen“, sagt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Gesellschaften.

Reservetor ermöglicht weitere Arbeiten

Das Reservetor übernimmt dabei mehr als die Funktion eines vorübergehenden Ersatztors. Es wurde eigens für die Anforderungen der Modernisierung konzipiert. Zwei jeweils rund 16 Meter lange Druckluftarbeitskammern ermöglichen geschützte Arbeitsbereiche unter Wasser. In ihrem Schutz können im weiteren Projektverlauf unter anderem bestehende Torlaufschienen zurückgebaut, Drempelbereiche vorbereitet und neue Torlaufschienen eingebaut werden.

Parallel ermöglicht der Einsatz des Reservetores, das bisherige Binnenhaupttor aus dem Betrieb zu nehmen und zu modernisieren. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an den maschinenbaulichen Anlagen, den Ballast- und Lenzanlagen sowie den Spüleinrichtungen. Auch die Beschichtung wird erneuert und das Tor an die künftigen Hochwasserschutzanforderungen sowie das neue Lauf- und Antriebssystem angepasst.

Nesserlander Schleuse als Alternative für geeignete Schiffe

Während der Sperrung der Großen Seeschleuse bleibt eine andere Schleusenverbindung zwischen Außen- und Binnenhafen verfügbar: Die Nesserlander Schleuse ist in Betrieb und kann von geeigneten Seeschiffen genutzt werden.

Mit einer nutzbaren Länge von rund 160 Metern und einer nutzbaren Breite von rund 16 Metern kommt sie für einen Teil des Schiffsverkehrs als Alternative zur Großen Seeschleuse infrage. Ob ein Schiff die Nesserlander Schleuse sicher passieren kann, hängt neben seinen Abmessungen unter anderem vom Schiffstyp und den jeweiligen Wetterverhältnissen ab.

„Damit bietet die Nesserlander Schleuse der Emder Hafenwirtschaft während der bevorstehenden Sperrung eine zusätzliche Möglichkeit, geeignete Verkehre weiterhin abzuwickeln“, sagt Aiko Hollander, Leiter der Niederlassung Emden. Diese Möglichkeit ist auch mit Blick auf den weiteren Verlauf der Modernisierung relevant: Da die Arbeiten an der Großen Seeschleuse weitgehend bei laufendem Betrieb stattfinden, werden sich notwendige Einschränkungen und zeitweise Sperrungen auch künftig nicht vollständig vermeiden lassen.


Modernisierung bei laufendem Betrieb

Die Modernisierung der Großen Seeschleuse ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte von Niedersachsen Ports in Emden. Die Arbeiten umfassen insgesamt 18 Fachlose und reichen von der Modernisierung der Schleusentore und ihrer Antriebstechnik über die Sanierung der Torlaufschienen bis zu Arbeiten an Massivbau, Hochwasserschutz sowie Elektro- und Steuerungstechnik. Die besondere Herausforderung: Die Arbeiten sollen weitgehend bei laufendem Schleusenbetrieb und mit möglichst geringen Unterbrechungen umgesetzt werden.

Weitere Informationen zur Modernisierung der Großen Seeschleuse:
https://www.nports.de/haefen/emden/modernisierung-grosse-seeschleuse 

 

Bildtexte:

Die Große Seeschleuse Emden wird von Donnerstag, 17. September, bis einschließlich Montag, 21. September 2026 für den Schiffsverkehr gesperrt. (Bild: Ziegeler/NPorts)

Schleusung: Während der Sperrung der Großen Seeschleuse steht die Nesserlander Schleuse für geeignete Schiffe als alternative Schleusenverbindung zur Verfügung. Das Bild zeigt die 93 Meter lange und 15 Meter breite „Arctic Rock“ bei der Passage der Schleuse. (Bild: Hänsel/NPorts)

Anlieferung: Schwere Bauteile für die Modernisierung der Großen Seeschleuse werden am Binnenhaupt angeliefert. Vom 17. bis 21. September stehen dort weitere wichtige Arbeiten für den Einsatz des neuen Reservetores an. (Bild: Hänsel/NPorts)

Luftbild: Rechts im Bild liegt die Große Seeschleuse, links davon die Nesserlander Schleuse. Während der Sperrung der Großen Seeschleuse vom 17. bis 21. September steht die Nesserlander Schleuse für geeignete Schiffe als alternative Schleusenverbindung zur Verfügung. (Bild: Falcon Crest/NPorts)

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